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Die Zentralität macht Aussagen über den Kaufkraftzufluss bzw. -abfluss in einer vorgegebenen Gebietseinheit und ist
ein wichtiger Indikator für die Bewertung von Einzelhandelsstandorten. Unglücklicherweise verwenden verschiedene Datenanbieter
unterschiedliche Definitionen und Herleitungen. Am häufigsten anzutreffen sind folgende beiden Ausprägungen:
Index Kaufkraftbindung:
Der Index Kaufkraftbindung setzt den absoluten Einzelhandelsumsatz (in €) in Relation zur absoluten
einzelhandelsrelevanten Kaufkraft (in €). Dieses hat fachlich den Vorteil, dass ein Indexwert von 100 genau die Situation darstellt,
wenn Einzelhandelsumsatz und Einzelhandelskaufkraft gleich groß sind. Ein Wert über 100 bedeutet immer einen Kaufkraftzufluss
und ein Wert unter 100 immer einen Kaufkraftabfluss.
Zentralitätskennziffer / Zentralitätsindex:
Im Unterschied zum Index Kaufkraftbindung berechnet sich der Zentralitätsindex
als Quotient zwischen dem Index Einzelhandelsumsatz und dem Index Einzelhandelrelevante Kaufkraft. Damit bedeutet ein
Zentralitätsindex von 100 lediglich, dass die Zentralität dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht. Da wir in Deutschland
insgesamt einen Kaufkraftabfluss haben, kann ein Indexwert über 100 nicht automatisch als Kaufkraftzufluss interpretiert werden.
Im Gegenteil: eine überdurchschnittliche Zentralität kann trotzdem auf einen Kaufkraftabfluss hinweisen, wie das nachfolgende
Beispiel illustriert.
Am Beispiel von Dortmund berechnen sich beide Indexwerte aus den Grunddaten wie folgt:
Index Kaufkraftbindung
= Einzelhandelsumsatz absolut / Einzelhandelskaufkraft * 100
= 3.291,4 / 3.336,6 * 100
= 98,6
Zentralitätsindex
= Index Einzelhandelsumsatz / Index Einzelhandelskaufkraft * 100
= 113,8 / 107,6 * 100
= 105,8
Um die dargestellten Interpretationsprobleme zu vermeiden, verwenden wir in den geoport-Produkten durchgängig den Index Kaufkraftbindung.
Haben Sie weitere Fragen zu den Angaben? Gerne hilft Ihnen unsere Hotline bei der Berechnung der Werte weiter.
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